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November 2026
Beschreibung
Die Statue ist ein kleines, grünlich-bronze patiniertes Kunstwerk von nur etwa 15–20 Zentimetern Größe. Sie zeigt Theodor Herzl mit seinem charakteristischen dichten Bart, elegant in zeitgenössische Kleidung und Hut gehüllt. Seine Haltung ist entspannt und nachdenklich: Mit der rechten Hand hält er den Lenker eines altmodischen Fahrrads mit großem Kettenblatt und ohne Schutzbleche, während er sich an den Rahmen lehnt und in die Ferne blickt – als würde er den Bauplan eines zukünftigen Staates auf das Budapester Pflaster projizieren.
Geschichte
Die Statue wurde 2018 von dem aus Transkarpatien stammenden Bildhauer Mihály Kolodko im Rahmen seiner typischen Guerilla-Street-Art platziert. Die Wahl des Standorts ist historisch exakt: Neben der Synagoge in der Dohány-Straße, wo sich heute das Jüdische Museum befindet, stand einst das Fleischer-Wohnhaus, in dem Theodor Herzl 1860 das Licht der Welt erblickte. Der Schriftsteller, Politiker und zionistische Führer lebte bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr in Budapest, bevor er nach Wien zog. Die Miniskulptur ist eine Würdigung des kulturellen Erbes des jüdischen Viertels und Herzls weltweiter Wirkung.
Wissenswertes
- • Von einem Foto inspiriert: Die Pose der Statue wurde von einer realen, ikonischen Fotografie inspiriert, die 1902 in Altausee (Österreich) aufgenommen wurde und Herzl zeigt, wie er sich auf sein Fahrrad stützt.
- • Das versteckte Fahrrad: Während täglich hunderte echte Fahrräder an der Synagoge vorbeifahren, bildet das winzige Bronzerad einen perfekten, spielerischen Kontrast zu dem monumentalen Tempelgebäude.
- • Ersatz für die fehlende Gedenktafel: Die Skulptur fungiert als lebendiges, dreidimensionales Denkmal, das den Passanten die historische Figur viel näher bringt als eine traditionelle, hoch an der Wand montierte Marmortafel.