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November 2026

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Beschreibung

Die Skulptur zeigt einen klassischen schweren Tiefseetaucher aus dem frühen 20. Jahrhundert mit dem typischen Kupferhelm samt runden Sichtfenstern und klobigem Anzug. Die Figur kniet mit einer leicht zusammengesunkenen, erschöpften Haltung auf der roten Metallkonstruktion, als hätte sie gerade einen anstrengenden Tauchgang in der Donau hinter sich. Mit beiden Händen klammert sie sich an einen riesigen, kunstvoll verzierten Schlüssel, der von den Proportionen her fast größer ist als die zierliche Taucherfigur selbst. Die Oberfläche der Bronze hat im Laufe der Jahre eine Patina angesetzt, was den Eindruck einer aus vergangenen Zeiten herübergeretteten Zeitkapsel noch verstärkt.

Geschichte

Die Erzählung hinter der Skulptur reicht bis zur Eröffnung des New York Cafés im Jahr 1894 zurück. Der damaligen Pester Mundpropaganda zufolge versammelte sich bei der feierlichen Eröffnung die namhafte Autoren- und Künstlerwelt jener Zeit, angeführt von dem jungen Ferenc Molnár. Die Gäste waren von der Pracht des Palastes und dem sprühenden intellektuellen Geist so verzaubert, dass sie den Gedanken an eine Sperrstunde schlichtweg nicht akzeptieren wollten. Um sicherzustellen, dass das Café für immer geöffnet bleibt, entwendeten sie der Legende nach den Hauptschlüssel und warfen ihn mit einer eleganten Bewegung in die Donau. Kolodkos Miniaturtaucher spinnt diese Fiktion weiter: Die Gestalt im schweren Kupferhelm steigt gerade aus den imaginären Fluten und hält triumphierend den wiedergewonnenen, übergroßen Schlüssel in den Händen.

Wissenswertes

  • • Zeitreisende Schalks: Obwohl die Geschichte wunderschön ist, trübt die kühle Chronologie das Bild ein wenig: Zur Zeit der Eröffnung des Cafés war Ferenc Molnár erst ein 16-jähriger Schüler, sodass er wohl kaum einen böhmischen Schlüsselraub hätte anführen können.
  • • Der Mythos wird Wirklichkeit: Im Jahr 2014, zum 120-jährigen Jubiläum des Kaffees, beschlossen die Betreiber, das Märchen wahr werden zu lassen: In einer feierlichen Geste warfen sie den symbolischen Schlüssel des Hauses tatsächlich in die Donau.
  • • Urbanität im Einklang: Kolodko nutzt mit Vorliebe die vorhandene städtische Infrastruktur als Sockel für seine Werke; dieser Taucher ist eines der besten Beispiele dafür, wie ein alltäglicher Hydrant zu einem festen Bestandteil der Kunst wird.